Dr. phil. Christoph Quarch

Abendsymphonie am Bryce Canyon

Veröffentlicht am 20. September 2017

(aus meinem USA Reisejournal, 5. Juli 2017)

Die Welt wird weich
im lichten Blau
nach Sonnenuntergang
die roten Steine
glühen nach
die Menschen
sind davon gefahren
allein der Mond

schwimmt träumerisch
durch ein weite Stille
die sanft sich
auf die Wälder senkt
und grüne Wiesen
kühl umschwärmt.

Sommerabend,
ferne Gewitter.
Alles atmet freier
leiser, inniger
auch die Tiere
fassen Mut
Wald tritt in die Dämmerung
hinaus
fast am Straßenrand
spielt die Hirschfamilie
ausgelassen
mit dem Nachwuchs
und der Bock
umgarnt sein Weibchen
schwerelos jagen sie
einander
nicht der Straße achtend
nicht der Menschen
ganz nur Leben
ganz nur Leichtigkeit und Licht
fleischgeworden,
wie es sein soll,
wie die Götter sich
das Leben
dachten.


DAS BUCH über das Büro der Zukunft – Officina Humana

Veröffentlicht am 15. September 2017

Heute kamen die ersten Exemplare des von mir geschriebenen Buches Officina Humana bei mir an und zuerst ein riesiges DANKESCHÖN an Prof. Jan Teunen www.teunen-konzepte.de, den weltbesten Cultural-Capital-Producer/Buchkonzepter/Kurator. Welch ein Buch – was für eine Message!

Und die gute Nachricht für Sie alle: Ab Oktober läuft eine Verlosungsaktion, bei der Sie eines dieser wundervollen Bücher gewinnen können. Wer nicht warten will, kann sich das schönste Sachbuch 2017 mit dieser ISBN 978-3-89986-272-0 erwerben.

Für alle, die in Büros arbeiten, die sich mit der Zukunft der Arbeit auseinandersetzen; kurz, die Büroräume als Lebensräume gestalten wollen oder sollen, ist Officina Humana Pflichtlektüre und zukunftsweisend – eine Verbindung aus Inspiration/Wissen/Design/Schönheit, die so begeisternd ist, dass man sofort sein eigenes Büro umräumen und umbauen möchte.

Noch ein Wort zu unserem Mitautor Andreas Kulick, der im Februar verstorben ist: Andreas, mit diesem Werk hast du dir ein »Lied« auf Erden geschaffen, dass jeder über dich singen wird, sobald er darin liest.


Wir sind REICH an Glück …

Veröffentlicht am 14. September 2017

Das Buch »House of Happiness – Wo das Glück wohnt« hat drei Preise (Scheufelen Award in Silber, Reddot Award 2017, Award for Typographic Exellence) abgeräumt.

UND … ich bin der Autor. Gut, die Preise sind für Druck und Gestaltung. Nur, was wäre so ein Buch ohne Text?
Über diesen Link kann das Buch bestellt werden (Preis 125€) oder per Mail info@christophquarch.de als signierte Variante.


Darf ich ein Vermögen für mein krankes Tier ausgeben?

Veröffentlicht am 10. September 2017

NEIN

Der Arzt und Denker Albert Schweizer saß einst an Deck eines Kahns, der ihn zu einer entlegenen Missionsstation in Zentralafrika bringen sollte. Der Kopf war ihm schwer, die Hitze drückte unerträglich. Da sah er vor sich auf einer Sandbank vier Nilpferde mit ihren Jungen. »Da kam ich«, erzählt er, »in meiner großen Müdigkeit und Verzagtheit plötzlich auf das Wort ›Ehrfurcht vor dem Leben‹«.

Auf eben dieses Wort kann heute kommen, wer davon liest und hört, dass Menschen große Summen investieren, um ihre kranken Haustiere invasiv- oder intensivmedizinisch betreuen zu lassen. Denn unabweisbar drängen sich da Fragen auf: Zeugt es von gesunder Ehrfurcht vor dem Leben, seine Katze einer Krebsoperation zu unterziehen? Ist es ethisch vertretbar, seinem Hund ein neues Hüftgelenk einzubauen?

Die Fragen sind gewichtig. Denn, so ist man leicht versucht zu meinen, wer sein Tier liebt, kann nicht dafür getadelt werden, dass er Geld – und sei es noch so viel – dafür investiert, es am Leben zu erhalten. Selbst, wenn die Mittel knapp sind und man sich die Frage stellen muss, ob es nicht sinnvoller wäre, das Geld notleidenden Artgenossen – kranken Kinder etwa – zuzuwenden: selbst dann scheint die Liebe zum Tier ein unerschütterliches Argument dafür zu sein, keine Kosten für sein Wohl zu scheuen.

Doch ganz so einfach ist es nicht. Was Albert Schweizer forderte – und es gibt guten Grund ihm darin beizupflichten – war nicht Tierliebe, sondern Ehrfurcht vor dem Leben. Und das ist etwas anderes, denn Ehrfurcht vor dem Leben gebietet, bei unseren Handlungen und Entscheidungen am Leben selbst Maß zunehmen und nicht an unseren eigenen, zuweilen selbstsüchtigen Emotionen. Wenn man am Leben selbst Maß nimmt, wird man jedoch eingestehen müssen, dass Tod und Leiden unentwirrbar mit dem Leben verwoben sind – und dass es gerade nicht von Ehrfurcht vor dem Leben zeugt, wenn man Hochleistungsmedizin und Technik auffährt, um irgendwie den Tod, der unausweichlich ist, ein wenig aufzuschieben.

Ehrfurcht vor dem Leben ist immer auch Ehrfurcht vor dem Leiden und Ehrfurcht vor dem Sterben. Ehrfurcht vor dem Sterben aber lässt nicht zu, das Sterben eines Tieres künstlich zu verlängern, indem man mit teurer Technik in den natürlichen Lauf des Lebens eingreift. Wenn Tiere sterben müssen, sagt ihr Instinkt ihnen, dass es so weit ist. Dann gehen sie nicht zum Arzt, sondern ziehen sich langsam zurück. Sie haben – nach allem was wir wissen – kein Bewusstsein ihres Sterbenmüssens, aber sie haben ein Gefühl, dass sie schlafwandlerisch auf ihren letzten Weg einschwenken lässt. Warum sollten wir sie mit unserer Technik davon abbringen? Der Ehrfurcht vor dem Leben würde es entsprechen, das Tier nicht aufzuhalten, sondern auf dem Weg des Sterbens zu begleiten – gerne mit naturheilkundlichen Mitteln, die das Leiden lindern, aber nicht mit teurer Intensivmedizin, die zuletzt doch nur dem Bankkonto des Veterinärs zugute kommt.

»Ich liebe meine Katze aber doch so sehr, da kann ich sie doch nicht so einfach sterben lassen«, empört sich womöglich eine Stimme in Ihnen? Dies ist nicht die Ehrfurcht vor dem Leben, die so spricht, sondern die ins Gewand vermeintlicher Liebe gehüllte Angst vor dem eigenen Tod, die nichts und niemand gehen lassen kann und sich an alles klammert, was ihr Halt gewährt. Es ist die Angst des Egos vor dem Ende, die so spricht. Die reife Liebe eines reifen Menschen tickt ganz anders: Sie ist dadurch geadelt, dass sie gehen lassen kann: ein Tier nicht anders als den Menschen, den sie liebt.

Albert Schweitzer (1875–1965)

Er war evangelischer Theologe und Pianist, Arzt und Philosoph. Und darüber hinaus ein mutiger und liebenswerter Mensch, der sich nicht nur für leidende Menschen in Afrika einsetzte, indem er vor Ort in seiner berühmten Klinik von Lambaréné im heutigen Gabun Hand anlegte, sondern auch gegen die Verbreitung von Atomwaffen eintrat. Dieses Engagement trug ihm 1953 den Friedensnobelpreis ein. Getragen war sein Engagement von der Idee der »Ehrfurcht vor dem Leben«.

(Erschienen in der Happy-Way-Rubrik »Frag den Philosophen«)


ARTEMIS … der letzte Göttervortrag ist endlich als Download erhältlich

Veröffentlicht am 08. September 2017

Das Artemis auf sich warten lässt, entspricht ihrem Wesen. Nun bin ich froh, dass sie sich endlich in die Reihe der Götter-Vorträge  einfügt und alle acht »Griechischen-Götter-als-Menschenlehrer«-Vorträge als Downloads erhältlich sind. Mehr Infos erhalten Sie über diesen Link.


Nachdenken über das Chaos: eine Reise zu Dionysos

Veröffentlicht am 05. September 2017

Bei meinem ZEIT-REISEN-Seminar vom 24. bis 28. Oktober 2017 sind noch Plätze frei und da es mit eines meiner schönsten Seminare in diesem Jahr ist, möchte ich auf alle Fälle nochmal darauf aufmerksam machen.

Es lohnt sich, über das Dionysische nachzudenken, zumal wir momentan erleben, dass unsere sortierte Welt doch irgendwie aus den Fugen gerät … Kommen Sie mit, ich freu’ mich auf Sie.

Alle Infos finden Sie hier.


VON DER SCHÖNHEIT DES BLEIBENS

Veröffentlicht am 01. September 2017

Wir sind ständig in Bewegung, reisen hierin, reisen dorthin. Wieviel Lebenszeit verbringen wir im Auto, wieviel Stunden sitzen wir im Zug oder im Flugzeug! Und wenn wir nicht selbst leibhaftig in Bewegung sind, surfen wir im Internet und sind in virtuellen Welten unterwegs. Warum nur fällt es uns so schwer, an einem Ort zu bleiben? Woher nur dieser Widerstand dagegen, bei einer Sache – oder einem Menschen – zu verweilen? Warum nur diese Unrast?

Es gibt von Berthold Brecht ein passendes Gedicht. Es heißt ›Der Radwechsel‹ und endet mit den Zeilen: »Ich bin nicht gern, wo ich herkomme. / Ich bin nicht gern, wo ich hinfahre / Warum sehe ich den Radwechsel / mit Ungeduld?« Die Ungeduld, so legt der Dichter nahe, ist der Grund der Unrast, die uns moderne Menschen treibt. Die Ungeduld jedoch ist eine bittere Frucht der Unzufriedenheit. Wer nicht gern da ist, wo er herkommt, und genauso wenig dort verweilen möchte, wo die Reise hingeht, fühlt sich auch im Hier und Jetzt nicht wohl. Denn jene tiefquälende Unzufriedenheit verlässt ihn auch auf Reisen nicht. Beim Radwechsel – oder im Stau – dringt sie mit Macht ans Licht. Hier wird der eigentliche Grund unserer Mobilität erkennbar: Wir sind Getriebene der Unzufriedenheit. Und um sie nicht zu spüren, drehen wir uns immer schneller – bis die Spindel glüht.

Woher rührt diese Unzufriedenheit? Wovon wird sie befeuert? Sie wird befeuert von der Gier nach Neuem. Sie wird genährt vom Geiste des Konsums. Um uns zu fühlen, brauchen wir das flüchtig wohlige Gefühl, ein Ziel erreicht zu haben. Und dann erneut ein anderes Ziel. So sind wir ständig unterwegs von einer Glücksverheißung zu der nächsten – und opfern dafür unsere Zeit und Energie.

Wie wäre es, am Ort zu bleiben? Nicht davon zu laufen, immer auf der Flucht vor jener gut versteckten Unzufriedenheit? Wir könnten uns vertraut machen mit dem, was da ist. Wir könnten das, was da ist, kennenlernen und ergründen. Wir könnten in der Vertikale wachsen, wurzeln, walten – anstatt uns in der Horizontale zu verausgaben. Wir könnten in die Tiefe gehen und die Schätze, die das Leben für uns vergraben hat, erkunden – wir könnten auch zum Himmel schauen und uns rückbinden an jene Dimension, aus der allein dem Leben Sinn zufließt. Wir könnten mit den Menschen und den Dinge wirklich in Beziehung kommen; wir könnten ihren Eigenwert ermessen, der sich nicht nach unseren Bedürfnissen bemisst.

Das Leben ist Veränderung, daran besteht kein Zweifel. Doch wo das Leben wächst und reift, auch wo es heilt und zu sich kommt, braucht es eine treue Bleibe. Es muss geerdet sein, muss seine Wurzeln in die Erde senken. Für das Reich der Pflanzen gilt dies buchstäblich – metaphorisch gilt es auch für Tiere oder Menschen. Vögel bauen sich ein Nest, Nagetiere haben ihren Bau, Bären suchen ihr Höhle. Und die Menschenseele braucht den einen Ort, den sie zuhause nennt – einen Ort an dem sie bleiben kann, um sich zu erden und zu wurzeln; einen Ort, an dem sie sich verbunden mit dem Ganzen fühlt; einen Ort der Treue.

Treue ist die Tugend des Bleibens. Sie steht in unserer schnellen und mobilen Welt nicht hoch im Kurs. Wer die Treue hält, der bleibt bei Dingen und bei Menschen – auch, wenn sie ihm nicht von Nutzen sind. Denn die Treue liebt statt zu begehren. Sie schreckt nicht davor zurück, sich zu verbinden und Verbindlichkeiten einzugehen. Sie zieht ihre Stärke aus dem großen Netz des Lebens und sie bleibt auch, wenn es dunkel oder schmerzlich wird. Eben deshalb lässt sie Menschen wachsen. Seelengröße ohne Treue gibt es nicht. Nur wer bleibt, wird seine Anlagen entfalten. Nicht umsonst rief Nietzsche seinen Lesern zu: »Ich beschwöre euch, meine Brüder: Bleibt der Erde treu!«

(Der Text ist in der Zeitung für Geld und Geist »moneta« Ausgabe 2/2017 erschienen).

#daheimbleiben | #bleiben


Narrows

Veröffentlicht am 26. August 2017

(aus meinem USA Reisejournal, 4. Juli 2017)

»We are the world too many« (Wordsworth)

In den Narrows
wird es eng
Hunderte sind heute hier
um in Scharen durch die Wasser
in das enge Tal zu wandern
und sich dabei Schritt für Schritt
die Füße zu kühlen.

Diese vielen Menschen
strengen an.
Gewiss
man kann es niemandem verargen
diese Schönheit
aufsaugen zu wollen
aber dennoch
lässt sich nicht verleugnen
dass sie
diese Schönheit
rauben und die Aura
dieses Tals zerstören.

Jeder scheint ein Stück von ihr
zu nehmen.

Die Natur verträgt so viele
Menschen nicht.
Sie hat ihre eigenen Maße
und sie duldet nicht
wenn es zu viel wird.

Dann entzieht sie sich
dann verschränkt sie
ihre Arme
und hält ihr Mysterium zurück.
Wohl, man kann sie dann noch
konsumieren
kann sie ablichten, vielleicht sogar
erfahren.
Aber fühlen kann man sie
nicht mehr
nicht erspüren
was sie dir zu sagen hat.

Ihre Sprache
ist die Stille,
ihre Melodie
die Einsamkeit.

Sie verträgt
kein Neongelb
und kein dauerndes
Geplapper achtloser
Touristen.

Sie verdient
Respekt und Sorgfalt
alles, was wir nicht
mehr kennen
aber lernen könnten
wenn wir uns entschließen wollten
nur der stillen Stimme
dieses Tals zu lauschen
statt
sie zum Erlebnis
umzuformen.


Heimat ist, wo man sich zugehörig weiß …

Veröffentlicht am 16. August 2017

Ich meine in der Urlaubszeit sollten wir alle über unsere Heimat nachdenken, und so verlinke ich sehr gerne auf meinen aktuellen Blog-Beitrag auf dem Philosophie-Portal der Schweiz.

Per Klick gelangen Sie direkt zum Blogeintrag auf www.philosophie.ch.


Artemis … Die griechischen Götter als Menschenlehrer Teil 4

Veröffentlicht am 11. August 2017

Artemis – ein Tanz weißer Mädchenfüße…

Endlich ist mein Vortrag über Artemis online zum Nachhören in meinem Podcast.

Ab September auch als Download und im Herbst wird es alle acht Göttervorträge als CD geben.

Viel Freude mit Artemis, der Göttin der unberechenbaren Natur!

zum Podcast »